Sag „JA“ im Achten

Österreich war seit dem Mittelalter für seine erfolgreiche Heiratspolitik bekannt, was auch der berühmte Spruch zeigt: „Kriege führen mögen andere, du, glückliches Österreich, heirate. Denn was Mars den anderen, gibt dir die göttliche Venus.“

„Ja, ich will“ in der Josefstadt zu sagen, ist sehr populär, darum ist die Schließung des Standesamts ein großer Wermutstropfen für alle Heiratswilligen. Trotzdem ist und bleibt die Josefstadt ein beliebter Hochzeitsbezirk. Wieso das so ist, hat „der Achte“ ergründet und ganz schnell festgestellt: Um zu heiraten, muss man den Bezirk nicht verlassen, denn hier wird auf höchstem Niveau alles geboten, was man für eine gelungene Vermählung braucht.

Hochzeiten in der Josefstadt

Jeder Tag im Leben ist wichtig, aber es gibt den einen oder anderen, der ein ganz besonderer ist. Einer dieser unvergesslichen Tage kündigt sich meist schon Monate oder Jahre vorher an. Herzklopfen, Knieschlottern, Freudentränen, lachen, weinen oder alles gemeinsam – Vorboten für den „schönsten Tag im Leben“: den Hochzeitstag.

eute wird kaum weniger pompös geheiratet als einst im Kaiserhaus. Der Hochzeitstag soll einzigartig sein – einmal im Leben Prinzessin sein, sich vor einer traumhaften imperialen Kulisse das Jawort geben, das ist in der Josefstadt en vogue.

Besonders romantisch ist es, sich im barocken Gartenpalais Schönborn trauen zu lassen. Der malerische Garten des heutigen Volkskundemuseums mit Blick auf den angrenzenden Park bietet nicht nur die perfekte Kulisse für das Fotoshooting, sondern auch für die rauschende Hochzeitsfeier. Ein weiteres Palais lockt mit märchenhaftem Ambiente: Die Prunkräume und auch der Garten des barocken Palais Auersperg bieten den perfekten Rahmen für ein opulentes Fest mit bis zu 1000 Gästen. Im 400 Jahre alten Piaristenkeller wiederum können bis zu 190 Gäste an der langen Festtafel feiern und tanzen. Der weitläufige Weinkeller ist zudem besonders geeignet für „Polterfeste“ – zusammen mit dem Hutmuseum und der K.u.K. Weinschatzkammer ist er ein idealer Ort für allerlei Hochzeitsbräuche.

Für erhabenes Flair sorgen auch kirchliche Zeremonien. Da punktet die Josefstadt mit einer der schönsten Hochzeitskirchen Wiens, der barocken römisch-katholischen Piaristenkirche Maria Treu. Der große Platz vor der Kirche, der von Klostergebäude, Kirche und Konvikt umfasst wird, erinnert an eine italienische Piazza und trägt so das Seine zum Gelingen der Feierlichkeiten bei. Hier kann das Brautpaar nach der Trauung durch ein Spalier mit Ehrensalut schreiten und die Agape gar mit imposantem Kanonendonner reichen. Der „Piaristenplatz“ bietet auch den richtigen Rahmen, um die Hochzeitskutsche vorfahren zu lassen.

Bis die Hochzeitsglocken läuten, ist es ein weiter Weg, darum sollte man mit den Vorbereitungen schon ein Jahr vorher beginnen. Besonders wichtig ist dabei die Fixierung des Ortes, wo die Trauung stattfinden soll. Das Gartenpalais Schönborn, das Palais Auersperg und der Piaristenkeller sind sogenannte Traumhochzeitsorte, die man über das Referat „Traumhochzeit in Wien“ der Magistratsabteilung 63 buchen kann, um vor Ort von einem Standesbeamten getraut zu werden. Der Trauungssaal im Amtshaus der Josefstadt ist einer der schönsten Wiens. Leider kann man sich das standesamtliche Ja-Wort hier nur an wenigen Terminen geben.


Von Kopf bis Fuß: Das Styling der Brau sollte aus einem Guss sein – vom Kleiddesign bis zum  Make-up.

Weiß ist nicht gleich Weiß

Aber genauso wichtig wie die Traum-Location ist das Traumkleid. Erste Adresse im Bezirk ist der italienische Modeschöpfer Maurizio Giambra. Seit zehn Jahren entwirft er im Herzen der Josefstadt in seinem Salon in der Lange Gasse sensationelle Kreationen.

„derAchte“ hat Maurizio Giambra nach den aktuellen Modetrends befragt: „Die neuesten Trends zeichnen sich schon bei den großen Ballroben ab – klare Linien und edle fließende Stoffe zaubern eine elegante Silhouette. Auch wenn viele junge Damen von üppigen Spitzen- und Tüllkleidern träumen, sollte man das Motto ‚Weniger ist mehr‘ durchaus mitbedenken. Viele Bräute fühlen sich anfangs überfordert. Sie lassen sich von Social-Media-Trends stark beeinflussen und achten dabei weniger auf ihren Typ. In dieser Fotoflut ist professionelle und individuelle Beratung eine große Hilfe. Wichtig ist z. B. die Nuance der Farbe des Kleides, denn Weiß ist nicht gleich Weiß! Die Farbe soll zur Haut passen. Ein Konzept, sozusagen von Kopf bis Fuß, ist unerlässlich, es soll alles zusammenpassen“, erklärt der Meister der Ballroben und Hochzeitskleider.

Und wie schaut die typische Braut aus?

„Es wird immer später geheiratet. Die wenigsten Bräute sind in der 20ern. Die jungen selbstbewussten Damen, die meist schon beruflich sehr erfolgreich sind, wollen sich so auch an ihrem Hochzeitstag präsentieren – hier freue ich mich besonders, wenn ich mit ihnen gemeinsam ihr Brautkleid kreieren kann. Frauen, die zum zweiten Mal heiraten, tragen meist nicht Weiß, sondern lange Kleider in hellen Tönen, die ins Pastell oder Creme gehen. Wenn rein weiß, dann kurz. Für die Kirche werden bedeckte Modelle bevorzugt und am Abend eher offenere Schnitte.“

Wie lange vorher sollte man sich sein Brautkleid anmessen lassen?

„Drei Monate vor der Trauung. Ein Jahr ist zwar gebräuchlich bei Konfektionsware, in meinem Atelier jedoch arbeiten wir direkt vor Ort und können uns intensiv um die Braut kümmern. Innerhalb eines Jahres kann ja viel passieren – viele Bräute nehmen durch die Aufregung viel ab oder die Vorstellungen ändern sich.“

Zum ganzen Konzept gehört natürlich die passende Frisur – großer Wert wird auf die richtige Haarfarbe gelegt; ganz wichtig sind auch der Brautstrauß und die Schuhe. Mit einem Stück Stoff vom Kleid werden die Bräute auf die Suche nach dem richtigen Schuh geschickt. Auch die Brautmütter werden von Maurizio Giambra häufig eingekleidet. Für sie nimmt er sich gerne separat Zeit. Bei den Müttern liegen Hüte immer im Trend. Empfehlen kann Giambra, der seit 24 Jahren in der Josefstadt lebt, den Hutsalon Viktoriya in der Josefstädter Straße. „Es ist sehr gut, wenn alles nahe beisammen liegt, das erleichtert für alle die Vorbereitungsarbeiten. Und im Bezirk ist alles zu finden. Mehr als die Hälfte meiner Kundinnen kommt aus der Josefstadt.“

„Wichtig ist, dass die Braut herausragt. Man muss auf den ersten Blick erkennen: Das ist die Braut! Sie sollte helle Töne tragen. Das Brautkleid muss einfach etwas Einzigartiges sein“, gibt sich der Josefstädter mit italienischen Wurzeln brautverliebt.

Aber auch für den Bräutigam finden sich im Achten Top-Ausstatter wie das Atelier Image für Herren-Maßkonfektion oder das Maßatelier Straub Vienna, die mit perfekter Passform, individuellem Design und edlen Stoffen ebenfalls keinen Wunsch offenlassen

Dunkelhaarige Braut mit weißem Bratutkleid

Maurizio Giambra kreiert Traumkleider für die Traumhochzeit, klassisch modern oder zeitlos elegant (oben)

Wedding Box

Bei der Planung wird nichts dem Zufall überlassen. Darum wundert es wenig, dass sich im Vorjahr die „Wedding Box“ in der Josefstadt angesiedelt hat. Kate Prokop und ihr Team bieten nicht nur „Full Service“-Hochzeitsplanung, sondern veranstalten auch Workshops als Anleitung zum „Do it yourself “-Wedding-Planning. Unverzichtbare Tipps und perfekte Checklisten, wann was zu tun ist, findet man auch im Gratis-Guidebook und auf den von der Wedding Box veranstalteten Hochzeitsfestivals. Die kompetente Unterstützung gibt es auf Deutsch und Englisch!

www.mauriziogiambra.com
www.weddingbox.at
www.atelier-image.at
www.straub-vienna.com

Wedding Bazaar Vienna

In der Josefstadt findet man auch die richtige Deko für den großen Tag. Ob traumhaftes Service oder süße Kärtchenhalter – alles gibt es zum Leihen. Ganz im Sharing-Trend lässt der Fundus von Wedding Bazaar Vienna verspielte Hochzeitsherzen höherschlagen. „Der Großteil meiner Kundschaft sind Paare, die ihre Hochzeit selbst gestalten. Viele Objekte finde ich auf Flohmärkten, bei Altwarenhändlern und bei willhaben.at. Ein Trend, der sich seit meiner Gründung 2016 konstant hält, sind goldene Dekoelemente: Egal in welchem Stil – ob klassisch, vintage oder boho – geheiratet wird, die Nachfrage nach Messingkerzenständern und -vasen, Bilderrahmen mit Goldrand oder Goldbesteck steigt stetig“, so die engagierte Unternehmerin Ines Zaunbauer-Jenkins von Wedding Bazaar Vienna.

▶ Wedding Bazaar Vienna. Lerchenfelder Straße 62-64/2/22. www.weddingbazaar.at, +43 650 580 2974

Immer geschmackvoll

Auch der Tortentraum geht im Achten in Erfüllung. Mit Cup Cakes Wien in der Albertgasse hat der Achte eine Tortenwerkstatt nach amerikanischem Vorbild. Nicht nur die einzigartigen Designs verzaubern, sondern auch das Angebot an Cremevariationen von Schoko bis Erdbeer. Klassische Konditorkunst gibt es in der Kurkonditorei Oberlaa in der Josefstädter Straße. Hier greift man auf über 45 Jahre Erfahrung zurück. Ein Frischling im Bezirk ist Viola. Die junge Zuckerbäckerin verleiht ihrer Zunft neuen Wind und beherrscht die Patisserie wie kaum eine andere in der Stadt. Viola lässt in der Strozzigasse Tortenträume wahr werden.

www.cupcakes-wien.at
www.oberlaa-wien.at
www.viola.wien

Sag es durch die Blume

Die Josefstadt kann sich glücklich schätzen, dass viele hübsche Blumen- handlungen die Straßen schmücken. So ist die Blumenhandlung Lorenz Pridt an der Ecke Josefstädter Straße/Lange Gasse zu einem echten Hingucker avanciert. Hier werden auch traumhafte Brautsträuße gebunden. Florale Handwerkskunst auf höchstem Niveau wird auch bei Doll’s Blumen in der Lange Gasse zelebriert, wo man auf Blumenschmuck für Events spezialisiert ist – hier ist man für seine Hochzeit in besten Händen. Auf der Lerchenfelder Straße besticht der kleine Blumenladen Minh vor allem mit asiatischer Blumenbindekunst. Wenn die Braut dann den Brautstrauß in die Menge wirft, heißt es für alle unverheirateten Frauen: FANGEN!

www.lorenzpridt.at
www.dollsblumen.at

„Für Ihren schönsten Tag …

… brauchen Sie Profis, die Sie erstrahlen lassen. Wir beraten Sie gerne von Kopf bis Fuß. Unsere Make-up-Artistin erstellt nach Ihren Wünschen ein passendes Make-up. Ihre Hände und Füße werden von unseren Nageldesignerinnen mit einer entspannenden Maniküre oder Pediküre, jeweils mit Nagellack, Shellac oder einer Fingernagel-Gelmodellage, optimiert. Für einen perfekten Augenaufschlag in den Flitterwochen verzaubern unsere Wimpernstylistinnen Ihre Wimpern und Augenbrauen mit dem Styling Ihrer Wahl. Ob Lash-oder Brow-Lifting, Wimpernverdichtung oder Perfect Brow Styling, wir gehen auf Ihre Wünsche ein und beraten Sie individuell. Legen Sie Ihre Schönheit in unsere Hände für einen unvergesslichen Moment“, meint die engagierte Nagelfee Manuela Bici.

▶ Die Nagelfee. Piaristengasse 49/Ecke Florianigasse. Mo–Fr 9–20h, +43 676 40 40 333. www.dienagelfee.at, www.diewimpernsuite.at

Ehefähigkeit am Standesamt

Zum Heiraten muss man sich bei einem Standesamt zur Ermittlung der Ehefähigkeit anmelden. Diese ist ge- geben, wenn man volljährig und entscheidungsfähig ist. Die Feststellung der Ehefähigkeit ist maximal sechs Monate gültig. Eine Mindestfrist ist nicht vorgesehen, jedoch beträgt die durchschnittliche Wartezeit für einen Trauungstermin zwei bis sechs Wochen. TIPP: Falls die Eheleute mit der gesetzlichen Regelung des Ehegüterrechts oder mit den gesetzlichen Scheidungsfolgen nicht einverstanden sind, haben sie in beschränktem Rahmen die Möglichkeit, ihrer Ehe durch einen Ehevertrag eine andere vertragliche Grundlage zu geben. ▶ www.standesamt.wien.at

▶ Ort & Termin: traumhochzeit@ma63.wien.gv.at

Kirchliche Trauung

Eine bloß konfessionelle Eheschließung ist vor dem österreichischen Gesetz ungültig. Eine rechtsgültige Eheschließung muss von einem Standesbeamten vorgenommen werden. Wenn Sie in einer staatlich anerkannten Kirche oder Religionsgemeinschaft heiraten wollen, erkundigen Sie sich dort über die Voraussetzungen. Für eine katholische Trauung sind dies etwa: das „Trauungsprotokoll“ (Dokumentation des Ehewillens und des Ledigenstandes), ein Ehevorbereitungskurs, die Brautleute sollten gefirmt sein, der Empfang des Bußsakraments und der Eucharistie, zwei (volljährige) Trauzeugen. Eine Anmeldung drei Monate vor der kirchlichen Trauung wird empfohlen.

www.mariatreu.at

Hochzeitstanz

Viele Brautpaare fürchten sich vor ihrem Hochzeitstanz, der gleichzeitig die Eröffnung der Hochzeitsparty ist. Das muss nicht sein. Um gemeinsam „trittsicher“ durchs Leben zu schweben, ist ein Tanzkurs empfehlenswert. Was gibt es Schöneres zur Hochzeitsvorbereitung als romantische Tanzabende? Um das Tanzbein zu schwingen gibt es in der Josefstadt genügend Ge- legenheit, z. B. in einer der bekanntesten Tanzschulen Wiens, der Tanzschule Rueff. Empfehlenswert sind auch lateinamerikanische Tänze, wo traditionell die Paarbeziehung im Mittelpunkt steht.

▶ Tanzschule Rueff. Friedrich-Schmidt-Platz 4. www.tanzenmitrueff.at
▶ Vida Latin Art Studio. Lange Gasse 45. www.vidalatinartstudio.com

Touristen-Hochzeiten

Touristen, die in Österreich nicht nur ihren Urlaub, sondern auch den vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens verbringen wollen, sind keine Seltenheit. Paare, die noch nie in Österreich gewohnt haben und in Wien „Ja“ sagen möchten, nehmen dazu via E-Mail Kontakt mit dem Referat für Touristenhochzeiten auf. Anzugeben sind der vollständige Namen, das Wunschdatum der Hochzeit oder der Verpartnerung, das Geburtsland, die Staatsangehörigkeit, die Wohnadresse und der Familienstand.

touristenhochzeit@ma63.wien.gv.at